3 Storys, 3 Disziplinen – eine gemeinsame Geisteshaltung!

“Rise Up” steht dafür, was Kletterer und eigentlich alle Sportler, die der Vertikalen verfallen sind, antreibt: die Erhebung – physisch, emotional und manchmal auch spirituell. “Rise Up” ist die Leidenschaft, die uns erregt und vorantreibt, unsere Grenzen auszudehnen und unseren Charakter zu offenbaren.

Das Millet-Team hat mit Kletterern, die von dieser enormen Energie erfüllt sind, viel Zeit verbracht – auf Routen in großer Höhe, bei einer Boulder-Session und in urbaner Umgebung. Verbringen Sie ein paar Momente mit ihnen und entdecken Sie die Spots, die sie für Sie ausgewählt haben.

 

 

 

 

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HIGH-ALTITUDE
Julien Herry und Louis Laurent sind beide Mitglieder der Chamonix Guides Company. Ihr Job ist ihre Passion und nimmt sie während der Saison voll ein. Der Reiz des Felsens ist immer präsent und wann immer sich die Gelegenheit ergibt, begeben sich die beiden auf eine Klettertour.
Im April haben sie sich eine wunderbare klassische Route im Combe Maudite ausgesucht.Folgen Sie ihnen auf ihrem Weg.
 

  

CHANDELLE DU TACUL, CHAMONIX, FRANKREICH – Tabou-Route – Mountaineering-Session mit Julien Herry und Louis Laurent
 

 

 

 

 
„Der Granit Chandelle du Tacul ist erstaunlich. Dieser rote Fels bietet weite Risse und viele Griffe mit den Kristallen an der Platte. Leider macht es das Rissklettern sehr schmerzhaft und ein Taping der Hände ist dringend zu empfehlen. Die Landschaft ist atemberaubend. Beim Aufstieg blickt man auf die Südflanke des Mont Blanc und den mythischen Peutereygrat. Die Ansicht des Trident und des Grand Capucin ist bemerkenswert. Daneben erhebt sich der Chandelle, der wie ein „kleinerer Turm“ wirkt, aber hervorragend zum Klettern geeignet ist wie auch die Tabou- oder Bonatti-Gallien-Route. Beide sind exzellente Alternativen, wenn man wenig Zeit mitbringt, oder für die Vorbereitung von Routen auf dem Grand Capucin, was relativ schwierig ist.“

“Walter Bonatti hat eine fantastische Performance dargeboten, als er die Route nur mit Kletterhaken und Holzkeilen eröffnet hat – ohne Spreizhaken oder Schlaghaken. Die Linie folgt einer Serie von Rissen. 50 Meter vom Gipfel verläuft ein horizontaler Riss, der die kompakte Platte durchläuft und zu einem Absatz unter der Schlüssellänge führt: ein athletischer und erstaunlicher 7b von ca. 20 Metern (Haken gesetzt, A0).“

 

Text und Route von Philippe Batoux’ Buch “Mont-Blanc - Les plus belles courses / Rocher, neige, glace et mixte”, herausgegeben von Glénat.

 

Sich die detaillierte Routen-Karte ansehen 

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Mountaineering outfit
 

 

 
 
 
 
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BOULDERING
Nils liebt alle Arten des Kletterns – Fels, Bouldern und lange Mehrseillängenrouten. Aber in den vergangenen zwei Jahren hat er sich mehr aufs Bouldern fokussiert, um seine Kraft aufzubauen und Bewegungen zu üben, die man auf verschiedenen Routen braucht. Er hat uns nach Monthey eingeladen, nahe seiner Heimat in der Schweiz, um einen seiner favorisierten Boulders zu testen, in einem ehemaligen Granitsteinbruch. Er erzählt uns, was ihn antreibt und warum das Bouldern für ihn so bereichernd ist.
 
MONTHEY, KANTON WALLIS, SCHWEIZ – Boulder-Exkursion mit Nils Favre
 
 

 

 

 

 
“Monthey im Schweizer Kanton Wallis ist ein ungewöhnlicher Spot: ein stillgelegter Steinbruch, in dem reiner Granit gewonnen wurde. Dort erheben sich einige riesige Boulder-Felsen aus der Ebene. Einer davon ist geformt wie der Bug eines Schiffes und acht oder neun Meter hoch. Die vier oder fünf Risse, die den Felsen kreuz und quer durchziehen, sind alle sehr einladend. Die Linie “Snuggles the bunny” ist einfach unglaublich: Das ist meine Idealvorstellung des idealen Boulders. Das Klettern hier ist rein physisch, erfordert starke Hände und Finger sowie eine starke Körperspannung.“
“Beim Klettern fühle ich mich am besten, wenn ich total abschalte und mich rein auf die Anstrengung beim Klettern konzentriere. Bouldern lässt dich wirklich an deine Grenzen gelangen, man kann sich bis zum Äußersten des eigenen körperlichen Potenzials pushen. Das hilft mir, allem zu entfliehen und mich frei zu fühlen – weit ab von Arbeit, dem Leben und Existenziellem. Das Motto “Rise up” passt perfekt zum Klettern: Nach der Spitze streben und dort auch hingelangen.“
 

 

Bouldering outfit
 
 
 
 
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URBAN CLIMBING
Sie heißen Natalia und Mickael und sind beide Fans des Urban Climbing. Sie sind beide in Russland geboren und haben sich in Salzburg getroffen. Heute teilen sie dieselbe Geisteshaltung und Leidenschaft für das Klettern.
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MÜNCHEN, DEUTSCHLAND – Urban-Exkursion mit Natalia und Mickael.
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 Natalia

“Klettern ist die Liebe meines Lebens und ich wollte es immer eher draußen machen. Daher dachte ich darüber nach, nach Europa zu ziehen und die vielen Kletter-Spots und Möglichkeiten dort zu erkunden. Ich erinnere mich sehr genau an das erste Mal, da es mein Leben verändert hat. Meine Freunde haben mich zum Klettern mitgenommen, da war ich noch nicht einmal auf der Universität. Und ich habe nicht gewusst, was Klettern ist, obwohl ich bereits auf Bäumen herumgeklettert war – wie ein Kind. Ich war so begeistert, dass meine Freunde mich in eine Trainingshalle mitgenommen haben, und gleich beim ersten Mal begriff ich, dass dies die Liebe meines Lebens werden würde!“

 

Mickael

“Ich heiße Mickael, bin 17 Jahre alt, komme aus Sibirien in Russland und lebe in Deutschland. Ich klettere seit fünf Jahren. Gestartet habe ich mit dem Sportklettern, um dann später auf Dry Tooling umzusteigen. Während der letzten sechs Monate haben wir uns im Urban Climbing ausprobiert. Ich mag das sehr, da es ja quasi vor meiner Haustür liegt. Manchmal gehe ich mit anderen Leuten zum Klettern an die Brücke und danach ein Bier trinken – und bin eine Stunde später wieder zu Hause. Ich liebe das.“

 

Wie hast du diese Brücke gefunden, die nun ein beliebter Kletter-Spot ist?

 

Mickael

“Das ist eine nette Geschichte ... Ich habe Bouldern zusammen mit einem Freund angefangen, der mir das schmackhaft gemacht hat – klettern an Hauswänden oder was man auch immer in München finden kann. Die Brücke ist nur 20 Minuten von München entfernt und wir sind einmal dort hingefahren und ein wenig darin herumgeklettert. Dann habe ich ein bisschen unter der Mitte ein Dach entdeckt, an dem aber keine Griffe waren, und dachte mir: “Wow, das sieht wirklich fantastisch aus.”

“Dann habe ich einen neuen Partner getroffen, der mir alles über das Eisklettern beigebracht hat. Ich sagte zu ihm: ‚Lass uns ein paar Griffe am Tragwerk anbringen, für das Training – das wäre gut für die Arme.’ Ich habe mir von meinem Vater einen Bohrer geliehen und drei oder vier Tage damit zugebracht, die Bohrhaken anzubringen. Wir haben Holzstämme an Ketten an der Konstruktion festgemacht, weil ich mit dem Training für die World Cup Tour beginnen wollte. So hat alles angefangen. Und gestern haben wir dieses Video gedreht, mit einer Gruppe aus Frankreich. Ich hätte nie gedacht, dass die Brücke mal so bekannt werden würde.”

 

Wie unterscheidet sich das vom Indoor-Training?

 

Mickael

“Outdoor-Klettern ist viel besser: Es gibt keinen Raum, der einen begrenzt, kein Limit. Meistens ist das Wetter gut und selbst, wenn nicht, kann man sich unter der Brücke verbergen. Da sind nicht so viele Leute, sodass man einfach ausprobieren kann, so oft man will. Es ist einfach genial. Du kannst deinen Spirit und deine Energie kanalisieren. Ich fühle mich besser, wenn ich konzentriert bin und alleine mit meinem Partner.”

 

Was bringt dir das Klettern für dein tägliches Leben? 

 

Natalia

“Es hat mein Leben verändert, vollständig. Ich habe mein ganzes Leben rund um das Klettern herum gebaut, obwohl ich in einem Büro arbeite und meinen Job liebe. Ich gehe eigentlich andauernd klettern und meistens sind meine Outdoor-Aktivitäten irgendwie damit verknüpft. Wenn ich Urlaub mache, gehe ich irgendwo klettern. Und inzwischen habe ich so viele Freunde in verschiedenen Ländern, die meisten davon natürlich Kletterer. Kletterer sind einfach die besten Leute, weil sie immer nett und easy-going sind! Kletterer müssen nur anfangen zu sprechen und dann läuft es.”

 

 

Panoplie grimpe urbaine