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Die Besteigung
des mont Blanc

Ratgebern Praktische Anleitungen / Die Besteigung des mont Blanc
4 810 Meter! So hoch ist der Mont Blanc – und ist damit der Everest unter den europäischen Alpengipfeln.
Wir geben euch die wichtigsten Tipps und Tricks sowie hilfreiche Empfehlungen zur Vorbereitung auf die Besteigung des Königs der Alpen.
Alpinisme
Randonnée

DIE KÖRPERLICHE VORBEREITUNG ZUR BESTEIGUNG DES MONT BLANC

KÖRPERLICHE FITNESS TRAINIEREN

Für den Aufstieg zum Mont Blanc sind eine gute allgemeine körperliche Verfassung und eine sehr gute Ausdauer (und Schwindelfreiheit!) gefordert. Um eine grundsolide Kondition zu erlangen, sollte daher ein drei- bis viermonatiges Trainingsprogramm als Vorbereitung zur Besteigung des Mont Blanc eingeplant werden. Folgende Ausdauersportarten eignen sich besonders gut als Training:

  • Zum Einstieg: Joggen (10 bis 15 km) und/oder Radfahren (zwei- bis dreistündige Touren) im Flachland, zwei- bis dreimal wöchentlich mit Pulskontrolle.
  • Anschließend: die gleichen Sportarten, aber mit steigenden Höhenmetern, um die Oberschenkel- und Gesäßmuskeln zu stärken. Den Aufstieg zu schaffen ist prima, aber Vorsicht beim Abstieg, denn Erschöpfung und Müdigkeit können böse Folgen haben!
  • In der Stadt sind Treppen oder steile Straßen ideale Trainingsorte zum Einstieg. Eine Trainingseinheit mit mehreren Wiederholungen auf 100 Höhenmetern ist ein guter Anfang.
  • Das Training muss nach und nach angeglichen und Schritt für Schritt intensiviert werden. Vorbereitungsbesteigungen etwa sind eine gute Trainingsmethode, um sich an die zu bewältigenden Höhenmeter zu gewöhnen – schließlich muss man zur Besteigung des Mont Blanc in der Lage sein, 1500 Höhenmeter auf- und abzusteigen, ohne zu ermüden.
  • Die letzte Vorbereitungsphase ist die Akklimatisierung: Der Körper braucht einige Zeit, um sich an die dünne Höhenluft zu gewöhnen. Bei der Planung sollten daher mindestens zwei Tage auf über 2000 Meter unmittelbar vor der Besteigung des Mont Blanc vorgesehen werden.

HOCHTOURENTECHNIKEN BEHERRSCHEN

Die ideale Vorbereitung auf die technischen Schwierigkeiten ist die Teilnahme an einem speziellen Kurs zur Besteigung des Mont Blanc. Dieser dauert je nach Grundniveau 2 bis 6 Tage und wird von einem professionellen Bergführer geleitet. Bei einem solchen Hochtouren-Vorbereitungskurs wird Folgendes vermittelt:

  • sicherer Umgang mit Steigeisen
  • Beherrschen der Pickeltechnik
  • richtiges Anseilen auf Hochtouren

Solide Vorkenntnisse im Bergsteigen sind jedoch die Grundvoraussetzung zur Besteigung des Mont Blanc, denn eine Hochtour ist kein Kinderspiel.

DIE RICHTIGE AUSRÜSTUNG FÜR DIE BESTEIGUNG DES MONT BLANC

Um auf knapp 5000 Meter zu steigen, braucht man nicht nur eine hervorragende körperliche Verfassung. Auch die Ausrüstung muss sorgfältig ausgewählt und zusammengestellt werden, denn selbst im Hochsommer sind -15° C in dieser Höhe nicht unüblich. Der Bergführer stellt die technische Grundausrüstung bestehend aus:

  • Pickel
  • Steigeisen
  • Helm und Klettergurt
  • Seil

Die persönliche Ausrüstung für den Mont Blanc sollte Folgendes umfassen:

  • einen Rucksack mit einem Fassungsvermögen von 30 bis 40 Litern, der ausreichend Platz bei geringem Gewicht bietet
  • steigeisenfeste Bergsteigerschuhe speziell für Hochtouren
  • einen Helm
  • eine Stirnlampe mit neuen Batterien
  • ein bis zwei Trekkingstöcke
  • Blasenpflaster
  • Sonnencreme
  • Ohrenstöpsel, um in der Hütte gut zu schlafen
  • Paracetamol gegen eventuell aufgrund der dünnen Höhenluft auftretende Kopfschmerzen
  • ein aufgeladenes Handy
  • ein Messer (etwa ein Schweizer Messer)

DIE RICHTIGE KLEIDUNG ZUR BESTEIGUNG DES MONT BLANC

  • ein T-Shirt und eine atmungsaktive lange Unterhose
  • zwei Fleeceoberteile: ein leichtes und ein dickeres
  • eine Daunenjacke
  • eine Hardshelljacke, etwa aus Gore-Tex
  • eine Hochtourenhose mit Gamaschen
  • eine Mütze
  • ein Paar Handschuhe und ein Paar dicke Überhandschuhe
  • nahtlose dicke Socken
  • eine Skibrille für den Wind
  • eine Sonnenbrille

AUSREICHEND PROVIANT EINPACKEN

Am Tag der Besteigung heißt es sehr früh aufstehen. Das Frühstück fällt nicht sehr üppig aus – und findet vor allem extrem früh statt. Ausreichend Proviant mit vielen Kohlenhydraten sowie Energieriegeln, Trockenobst und Fruchtleder sind für die Rasten eine optimale Wahl. Schon in den Tagen vor dem Aufstieg sowie abends zur Regeneration sollte auf eine möglichst kohlenhydratreiche Ernährung geachtet werden. Auch für ausreichend Flüssigkeit für den Weg zum Gipfel sollte gesorgt werden, deshalb darf auch eine Trinkflasche mit Wasser nicht fehlen. Eine Thermosflasche mit warmem Tee hilft zusätzlich beim Aufwärmen in der eisigen Höhe.

DIE ROUTEN ZUM MONT BLANC MÜSSEN SORGFÄLTIG GEWÄHLT WERDEN

Es gibt verschiedene Routen zum Mont Blanc mit unterschiedlichem Schwierigkeitsgrad für Anfänger, erfahrene Bergsteiger und Spitzenbergsteiger. Zu den drei bekanntesten zählen:

  • der Normalweg über das Refuge du Goûter
  • die „3 Monts“-Route über den Tacul und Mont Maudit
  • die „One Shot“-Route vom Chamonix-Tal (4000 Höhenmeter auf einmal!)

Zwar wird der Aufstieg zum Blanc Mont manchmal als ein Kinderspiel dargestellt, aber das Gegenteil ist der Fall. Man muss sich immer bewusst sein, dass jeder Schritt in den Bergen gefährlich sein kann und mit höchster Vorsicht gemacht werden sollte.

MIT EINEM BERGFÜHRER ZUM GIPFEL DES MONT BLANC

Den höchsten Gipfel der Alpen zu erklimmen ist kein Zuckerschlecken: Die Besteigung endet nicht immer im Erfolg, manche Alpinisten werden zum Beispiel höhenkrank aufgrund der dünnen Luft und müssen umkehren. Eine besonders wichtige Rolle spielt aber das Wetter: Die Witterungsbedingungen entscheiden über den Erfolg oder Misserfolg der Besteigung. Manchmal sind mehrere Versuche nötig, bis man endlich den lang ersehnten Gipfel erreicht. Besonders hoch sind die Erfolgschancen mit einem erfahrenen, professionellen Bergführer aus Chamonix. Er hilft Bergsteigerinnen und Bergsteigern bei der Vorbereitung und gibt Ratschläge zur richtigen Ausrüstung. Die Besteigung des Mont Blanc in Begleitung eines professionellen Bergführers hat in der Tat zahlreiche Vorteile. Zu beachten ist auch das kurze Zeitfenster im Jahr zur Besteigung des weißen Riesen: im Sommer von Juni bis September, je nach Öffnung der Berghütten. Außerdem wichtig: Die Schlafplätze in den Hütten des Mont Blanc müssen je nach gewählter Route frühzeitig reserviert werden.

DIE HÜTTEN AUF DEM WEG ZUM MONT BLANC

Über den Normalweg

  • Refuge du Nid d’Aigle (Adlernest)
  • Refuge de Tête Rousse
  • Refuge du Goûter
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Aufstieg über die „3 Monts“-Route von der Aiguille du Midi

  • refuge des Cosmiques
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