Bergsteigen
28.08.2015

YANNICK GRAZIANI UND DER GIPFEL DES GASHERBRUM I!

Eine neue Heldentat auf der langen Liste von Yannick Graziani! Nach der Bewältigung der 8091 Meter der Annapurna in 2013 haben er und seine Freunde Tom Seidensticker (Deutschland) und Ferrán Latorre (Spanien) ohne Schwierigkeiten die Besteigung des Gasherbrum I in Pakistan angegangen. Mit einer Höhe von 8069 Metern ist er der elfthöchste Gipfel der Welt.

Nichts kann Yannick Graziani aufhalten, sein Kampfgeist ist stärker als alles andere. Das Heldenepos dauerte vom 17. Juni bis zum 1. August, aber es erreichte seinen Höhepunkt am 24. Juli 2015.

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Den drei Bergsteigern wurde viel Geduld abverlangt, bevor sie ihre „richtige“ Besteigung in Angriff nehmen konnten. Die Akklimatisierung war trotz der unangenehmen Wetterbedingungen lange, aber lebensrettend. Mehrere Rundläufe zwischen den vorinstallierten Camps in verschiedenen Höhen des Bergs waren notwendig. Der Schnee hat sogar ein Zelt in einen Iglu verwandelt, nur um eine Vorstellung davon zu vermitteln, wozu schlechtes Wetter in diesen Gegenden in der Lage ist.

graziani

 

Dann kamen die verheißungsvollen Momente. Saadiq, der bereits zweimal den G1 (Gasherbrum 1) bestiegen hat, entschloss sich, am Camp 3 in 6500 Metern Höhe auf seine Gefolgsmänner zu warten. Nach einem Aufbruch um Mitternacht und nur kurzem und wenig erholsamem Schlaf stand eine Umkehr außer Frage. Die Bereitschaft, bis zum Ende durchzuhalten, trotz Müdigkeit und Kälte. „Meine Füße sind kalt und ich schlafe beim Gehen ein... Mir ist wirklich sehr kalt. Ich schwinge meine Beine, um mein schwerflüssiges Blut in Zirkulation zu versetzten; die Wirkung dauert nie länger als ein paar Minuten an... ( ... ) es klappt nicht.“ Der Aufstieg war langsamer als erwartet, aber mit der Zeit war die Moral der Athleten wieder hergestellt, wenn auch die Müdigkeit auf ihnen lastete. Zwölf Stunden vergingen, aber sie haben es fast geschafft. „Es ist Mittag. Ich weiß, dass wir es schaffen werden. (...) I will nicht mehr anhalten, ich spüre das Ende des Gipfels.“

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Und 34 Minuten später, Sieg, Erlösung, Glück, Stolz, der Druck lässt nach: DER GIPFEL! „Nach zwei Stunden bin ich völlig fertig ... dann ... die Steigung wird flacher ... Und dann, Ja! Ja! Ja! .... (...) ... . Ich bin auf dem Gipfel des Gasherbrum 1! Allein“

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Tom und Ferrán stoßen eine Viertelstunde später zu ihm. Und die Emotion nimmt überhand. Hier gehen ihnen die Augen über. Sie frohlocken und speichern jeden Quadratmillimeter dieser 360-Grad-Sicht in ihrem visuellen Gedächtnis, bevor sie mit dem unaufhaltsamen Abstieg beginnen.

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Man muss gleichzeitig mit der Begeisterung, der Erschöpfung, dem Glück und dem Ernst der Situation fertig werden. Der Abstieg ist genauso gefährlich wie der Aufstieg, man muss wachsam bleiben. „Ein einziger Fehler und wir sind tot.“ Nach einem Aufbruch um Mitternacht trifft Yannick schließlich um 20:00 Uhr am Camp 3 ein. Zwanzig Stunden Einsatz. Tom und Ferrán, gemeinsam, treffen drei Stunden später auf Saadiq und Yannick. Aber es ist noch nicht vorbei. Sie müssen sich dann sammeln und die Camps 3, 2 und 1 sowie das Basiscamp abbauen und anschließend 120 km nach Sardku, wo ihr Flugzeug nach Islamabad sie erwartet, zu Fuß zurücklegen. „Ist das hier etwa ein Boot Camp oder was?“

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Eine Expedition wie diese ist sehr intensiv und erfordert ein hervorragendes Niveau, eine außergewöhnliche Moral und eine überdimensionale Leidenschaft. Noch einmal ein Bravo an Yannick und seine zwei Begleiter für die erste Besteigung dieses Gipfels im Alpinstil.

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Ferran, Yannik und Tom
 

Wie von der Kompanie der Führer von Chamonixso treffend beschrieben versteht man unter Alpinstil das Höhenbergsteigen (meistens im Himalaja) durch Bergsteiger, die Ihr Gepäck selbst tragen, in gleicher Weise wie in den Alpen. Bergsteiger, die eine Besteigung in diesem Stil durchführen, verzichten auf Sauerstoffflaschen und sind völlig autonom. Dieser Stil ist ein Gegensatz zum sogenannten Himalaja-Stil, bei dem die Bergsteiger Camps errichten, durch Fixseile verbunden sind und Sherpas einsetzen (d.h. Träger) für den Transport der Ausrüstung, der Nahrung und manchmal auch von Sauerstoffflaschen zur Minderung der Höhenkrankheit auf den höchsten Gipfeln. Heutzutage gilt der Alpinstil als der reinste und umweltfreundlichste Stil. Andererseits ist der Einsatz der Bergsteiger sehr groß... Da sie häufig isoliert sind, können sie bei Unfällen keine Nothilfe erwarten. Quellen: http://www.yannick-expedition2015.com/ Während des Trainings in der Schweiz.