Millet Expedition Project
31.08.2015

Millet Expedition Project: Die Überquerung der Lyngen-Alpen.

Olivier Fichou und Manon Wolanksi, zwei der Gewinner des Millet Expedition Projects, hatten ein Vorhaben zur Überquerung der Lyngen-Alpen. Das Ziel war, einen eisigen Gipfel pro Tag zu erklimmen und die Eröffnung verschiedener Routen auf ein paar wenig bekannten Norwegischen Gipfeln in Erwägung zu ziehen.

Nach einer 6tätigen autonomen Vorbereitung in der Schweiz, bei der sie ihre Ausrüstung, die Bedingungen und ihre Logistik testen konnten, haben Olivier Fichou und Manon Wolanski ihre Expedition nach Norwegen in die Lyngen-Alpen unternommen.

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DIE EXPEDITION 3. JULI, Tag der Abreise von Nizza nach Tromso, oberhalb des Polarkreises. 4. JULY: „Mit dem Fahrrad, per Anhalter und mit der Fähre bis nach Lyngseidet. Das ist die einzige „Stadt“, die wir während der Expedition durchquert haben. Sie ist der Knotenpunkt zwischen dem NORDTEIL der Lyngen-Alpen, wo wir 4 Tage verbringen sollten, und dem SÜDTEIL, wo wir uns 6 Tage aufhalten sollten. In Lyngseidet verfügten wir über: Gas, gefriergetrockneten Proviant für 6 Tage, Batterien und Landkarten des SÜDTEILS. Dadurch konnten wir unsere Last für den NORDTEIL erleichtern. VOM 5. BIS ZUM 8. JULI: Was den NORDTEIL betrifft, so hat das Wetter alles erschwert und den beiden Liebenden, die ihren Weg aufgrund fehlender Sicht hauptsächlich per GPS gefunden haben, in keiner Weise die Aufgabe erleichtert. Sie haben es trotzdem geschafft, zwei der drei geplanten Gipfel zu besteigen, darunter einer von 1.172 Metern und die NORDWAND des Stovelfjellet mit 1.464 Metern. Da sie leider auf den letzten verzichten mussten, haben sie die Gelegenheit genutzt, nach Lyngseidet zurückzukehren und ihre Strecke für den Südteil zu überarbeiten, da sie unterschiedliche Witterungsbedingungen fürchteten.

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Blick vom Camp auf den türkisfarbenen See. 7. Juli, 3. Tag

VOM 9. BIS ZUM 11. JULI: Voll mit Ausrüstung beladen (mehr als 20 Kilos auf dem Rücken!), aber diesmal mit Sonnenschein, war es an der Zeit, den Südteil des Projekts in Angriff zu nehmen und sich dem Ziel zu nähern: dem Rundfjellet. Aber leider war die Nordwand nicht praktikabel aufgrund mehrerer Lawinen, welche die Expedition zu gefährlich gemacht hätten. So nahmen Olivier und Manon die Ostseite ins Visier.

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Blick von der Hochebene, 9. Juli, 5. Tag..

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Während des 6. Tages, 10. Juli.

fichou, wolanski

„10. Juli - Mitternacht - 11. Juli: Aufwachen. Draußen ist es schön, die Sonne steht genau im Norden. Wir verlassen das Camp um 1:00 Uhr und lassen Zelt, Matratze, Schlafsäcke, Nahrung und Gas vor Ort zurück.“

„Um 1:30 Uhr kommen am Fuße der Ostseite des Rundfjellet an. Das Licht ist außergewöhnlich, wir rüsten uns aus und begeben uns um 2:00 Uhr auf die Route. Den ersten Teil bringen wir schnell hinter uns, aber der Schnee ist tief und ohne Konsistenz. (...) Und dann wird der Korridor steil, 60°, mit Felsvorsprüngen, was das Weiterkommen erschwert. Wir kommen 10 Meter unterhalb des Gipfels an, unter der gefürchteten Felsplatte.“

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Im letzten Korridor

„Dann kommen wir unter dem Felsvorsprung an, er muss 1,5 Meter hoch sein und hängt leicht über. Auf Keile gestützt waren wir nach ein paar wenig ästhetischen Schritten (auf Knien, Ellbogen) endlich in der Lage, die 500 Meter dieser Ostseite des Rundfjellets zu verlassen. Glücklich erreichten wir die Spitze des Bergkamms in 10 Minuten. Es ist 5:30 Uhr. Die Aussicht ist fantastisch: Die von Fjorden umsäumte Halbinsel Lyngen, das weitreichende Gletschermassif des NORDTEILS, wo wir so sehr gelitten haben, der Rest des SÜDTEILS mit seinen Gletschergebieten, die wir noch überqueren müssen.

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Nach 30 Minuten auf dem Gipfel wurde der Himmel schnell bewölkt, sodass wir nicht viel Zeit verloren haben und uns an den Abstieg gemacht haben. Die Wolken, die uns um 6:00 Uhr im Morgenlicht umgaben, boten ein seltenes Schauspiel.

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„Wir überquerten die Nordwand: Mit Freude sahen wir, dass die Felsvorsprünge mit 5 Meter weichem und überhängendem Schnee tatsächlich unpassierbar waren. So haben wir nichts bereut. Um 7:30 Uhr gelangen wir in die Nähe des Zelts, konnten allerdings überhaupt nichts mehr sehen. Leider hatte ich nicht die Geistesgegenwart, die Standortdaten im GPS-Gerät zu speichern, denn ich war so naiv zu glauben, dass das Wetter schön sein würde! Nach 15minütiger Suche erlaubte uns ein sonniger Abschnitt, unser Zelt zu erblicken, das höchstens 30 Meter von uns entfernt war.“ 11. JULI, Fortsetzung: Das Wetter war ausgesprochen wenig einladend, sodass es für Olivier Fichou und Manon Wolanski vernünftiger war, zur Küste zurückzuwandern und es bei einem fantastischen Tag zu belassen. „Am frühen Nachmittag hat ein Norwegischer Führer uns nach Tromso mitfahren lassen. Und er bestätigte uns mit einem breiten Lächeln, dass wie die ersten waren, die einen Fuß auf diese Wand gesetzt haben! “