Symon Welfringer

Symon Welfringer 1994 Metz (F)

“Alpinismus ist Abenteuergeist!”

Symon Welfringer klettert eine schwierige Alpenroute nach der anderen, fast so wie ein virtuoser Musiker seine Tonleitern spielt: methodisch, gewissenhaft, rhythmisch und mit außergewöhnlichem Können.

Da ihre Expedition bedingt durch Covid-19 ausgefallen ist, gönnen sich Symon und seine Klettergefährten im Hochsommer 2020 eine „herzhafte Woche“: Manitua in der Nordwand des Grandes Jorasses (7c, 1100 m, an einem Tag); Le grand bleu (8a) in der Falaise de Balme; la Gabarrou-Silvy in der Aiguille Verte (6c, 1100 m).

Etliche Kletterer hätten sich mit einer einzigen dieser Routen als Saisonziel zufriedengegeben. Der aus dem Bezirk Moselle stammende Kletterer kommentiert das lediglich so: „Ich habe eine ziemlich einmalige Woche verbracht und drei Projekte verwirklichen können, an denen mir viel lag.“

Symon Welfringer Symon Welfringer Symon Welfringer
Seine größte Leistung

2020, Sani Pakush (6951m, Pakistan) : première ascension de la face Sud

Sein Film

Mont Blanc – Divine Providence, Winterbegehung. Xavier Cailhol, Symon Welfringer, 2019.

Ja – nur dass Symon Welfringer (zusammen mit Jonathan Crison) unmittelbar vor diesem sommerlichen Ausflug bereits die Trésor de Romain (8a+ in 3800 m Höhe) gelungen ist, eine Kombination aus extrem langen Seillängen mitten in der schwindelerregenden Ostwand des Grand Capucin. Zudem überquerte er noch zusammen mit Aurélien Vaissière den Mont-Blanc vom Val Veny via Directissime Gabarrou-Long zum Val Montjoie. Sein Kommentar: „In den Bergen ist mir der Durchstieg an einem einzigen Tag lieber, selbst wenn man ganz unten am Fuß einsteigt, wie beim Pilier Rouge du Brouillard. Mein Eindruck ist ganz klar, dass ein Biwak dein Kletterniveau zerschießt! Auch erholt man sich von einer langen Ein-Tagestour schneller wieder.“

Zum Abschluss eines erfolgreichen Alpinsommers und direkt vor seinem tatsächlichen Abflug nach Pakistan im September 2020, absolvierte Symon Welfringer gemeinsam mit Nils Favre noch eine Besteigung in der legendären Eiger-Nordwand. Ein Tag reichte den beiden Athleten für Paciencia (900 m, 8c) im Free Climbing-Stil, eine der anspruchsvollsten Routen des Berner Gipfels.

Dies war nur eine kleine Aufzählung aus Symons Routenbuch, nur um zu veranschaulichen, wie vielseitig und auf welchem Niveau eine der Leitfiguren der neuen Generation unterwegs ist. Über Einstellung, Motivation und Einsatz ist damit noch nicht viel gesagt. Auch über Träume nicht.

Es sind die einsamen Berge, die Symon Welfringer anziehen. Diese weiten Räume, die der Leistung Seele verleihen. Er träumt von vergessenen Bergen und langen Kletterwänden. „Beim Alpinismus geht es um Erkundung und Abenteuer, also zwangsläufig um etwas Besonderes.“

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Text: François Damilano
Fotos: ©Millet