François Damilano

François Damilano 1959 Le Mans (F)

“Es gibt kein Bergsteigen ohne eine Geschichte dahinter.”

Ahnt François Damilano, als er 1981 seinen ersten Eisfall klettert, dass dies die größte Leidenschaft seines Lebens sein wird?

„Beim Eisklettern kann ich einerseits die Intensität und die Bewegungen des Sportkletterns und andererseits den Einsatz im winterlichen Hochgebirge in vollen Zügen genießen.“ Er wird das Eisgerät nicht mehr ablegen und seine Winter der exklusiven Suche eisiger, hochakrobatischer Strukturen widmen – in der Seilschaft mit seinen Kunden, seinem Weggefährten Godefroy Perroux, oder oft auch im Alleingang. „30 Eisfälle in 30 Tagen, die Hälfte als Erstbesteigung, und in zwei Monaten wurden es dann doppelt so viel.“ Überfluss, Erkundung … und ein paar Legenden. Visa pour l’Amérique, ein kurzlebiger Eisfall, der seit 1987 auf Nachahmer wartet; La Massue und ihre beeindruckende schwebende Doppelsäule, bewertet mit dem berühmten 7. Grad; Repentance Super, ein bekannter Klassiker, den man sich nicht entgehen lassen sollte. „Ich hatte das Privileg, das goldene Zeitalter des Eiskletterns zu erleben.“

François Damilano François Damilano François Damilano
Seine größte Leistung

1993, Solo-Erstbesteigung der Süwestwand der Ama Dablam (6812 m, Himalaya, Nepal).

Sein Buch

Les sept vies de François Damilano. Cédric Sapin-Defour. Éditions Guérin, 2018.

Sein Film

La sorcière blanche. Bertrand Delapierre, 2006.

Als hochrangiger Kletterer arbeitete er mit den besten Fotografen zusammen und hob die ästhetische Schönheit einer kurzlebigen Welt hervor. Er schreckt auch nicht davor zurück, Starreporter für Filme mitzunehmen, die ebenso akrobatisch wie denkwürdig sind. Der produktive Autor veröffentlicht zahlreiche Bücher und Kletterführer, immer in dem Bemühen, Auskunft zu geben und die Gegenden von oben möglichst vielen zugänglich zu machen.

François Damilano, der „Stuntmen im Eis“ war immer schon gierig nach der Höhe und bewegte sich Schritt für Schritt durch das Mont-Blanc-Massiv: gespenstische Rinnen (die sich nur für wenige Tage in der Saison bilden), lange Querungen (Solo-Querung der Mont-Blanc-Kette über die Gratroute), hängende Séracs (Eistürme an Abbruchkanten).

Im Himalaya stellt er sein Geschick an der symbolträchtigen Ama Dablam (6812 m) unter Beweis und vollbringt den Solo-Durchstieg ihrer Südwestwand, bevor er sich den Gipfeln der vergessenen Gebiete Nepals zuwendet (Urgyangmang, Peak Hawley, Jagdula Peak, Shika Ri). Mit seinen Kunden teilt er das Privileg bislang unbestiegene Gipfel zu erkunden; im Alleingang eröffnet er tollkühne Routen im Fast & Light-Stil.
Um das Jahr 2000 beschließt er, mit dem Eispickel in der einen und der Kamera in der anderen Hand von den ganz großen Höhen zu erzählen. Der Filmemacher François Damilano verbindet seine Erfahrung im Gelände gern mit Reflektionen über das, was Himalayabergsteiger antreibt. Als Analytiker nutze der den Standpunkt des Beobachters, um dem Betrachter ein eindringliches Erlebnis in die Realität der höchsten Gipfel der Erde zu bieten.

Mit der Kamera auf der Schulter stand François Damilano am 25. Mai 2014 auf dem Gipfel des Mount Everest.

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Fotos: ©Millet