Eva Walkner

Eva Walkner 1979 Kuchl (Salzburg - A)

“Höre nie auf Fortschritte zu machen und glaube immer an dich.”

Das Wunderkind Eva Walkner gewinnt bereits im Alter von fünf Jährigesn die ersten Wettkämpfe. Da wusste sie schon, dass ihre Leidenschaft den Brettern gilt und Skifahren ein essenzieller Lebensinhalt werden sollte. „Ich war dem Sport verschrieben.“ Buckelpiste, Slalom, Riesenslalom: So viele Disziplinen wie Hoffnungen. Und Ehrgeiz. „Ich denke, jeder Skifahrer will irgendwann einmal die Olympischen Spielen gewinnen.“

Eva schafft es in den Kader des österreichischen Ski Alpin-Nationalteams, landet bei den Europameisterschaften mehrfach auf dem Podest und tritt bei der Weltmeisterschaft an. Nach einer Serie von Verletzungen und einer jeweils schwierigen Rückkehr in die Spitzenklasse ist die Motivation der jungen Athletin auf dem Nullpunkt. Die Undankbarkeit des Hochleistungssports. Mit 20 Jährigesn sieht sich Eva Walkner mit geschundenem Körper und strapazierter Seele als Athletin am Ende.

Die Leidenschaft für das Skifahren erweist sich allerdings als zu mächtig, als dass sie die junge Eva loslassen könnte. Die Skifahrerin entdeckt weite Felder, unberührte Hänge, schwindelerregende Rinnen und Sprünge über Felsriegel.

Eva Walkner Eva Walkner Eva Walkner
Ihre größte Leistung

Zweifache Weltmeisterin im Freeride (2015 und 2016).

Ihr Buch

Roadbook. Eva Walkner, Matthias Walkner, Egon Theiner, E-Book, Egoth Verlag, 2019.

Ihr Film

Evolution of Dreams. Eva Walkner und Jackie Paaso. 2018.

Ein Glück, dass bereits Freeride-Wettbewerbe stattfanden und verschiedene Firmen die passende Ausrüstung bereitstellten. Der Sport fand außerhalb jeder formalen Struktur statt. Die Königsklasse bildet die Freeride World Tour. Sie ist eine fünfstufige Wettkampfserie auf 3 Kontinenten. Es gibt lediglich einen Berg, eine hohe, steile Wand, eine Start- und eine Ziellinie. Die Teilnehmer bestimmen selbst ihre persönliche Linie, fahren den eigenen Rhythmus und zeigen spektakuläre Sprünge über hohe Felsen. Risiko und Adrenalin sind garantiert! Die Jury bewertet, wie schwer eine Linie war, wie flüssig sie gefahren wurde und wie gut die Kontrolle, die Technik und die Sprünge waren.

Die Chemie stimmt.

Eva Walkner verbesserte ihre Fähigkeiten als Skifahrerin in der neuen Umgebung. 2012 wird sie Vize-Weltmeisterin. Ein Treppchen höher sollte allerdings schon noch drin sein … Die nächste Saison - alles von vorn: Reisen, Geländechecks, Kälte, Podestplätze, die harte Konkurrenz. Eva drückt weiter auf die Tube: direkte Linien, Backflips … „Entweder Sieg oder (Ab-)Sturz!“

Sturz! Erneut Verletzungen, Sponsoren springen ab. „Die Leute hören auf, an einen zu glauben.“ Einen Winter muss sie pausieren, in zwei weiteren setzt sie alles daran, wieder auf Bestniveau zu kommen. Was steckt noch in ihr? „Mein Ziel war es zurückzukommen und Weltmeisterin zu werden.“ Es war die reine Entschlossenheit, die Eva zum Comeback verhalf.

Xtreme de Verbier 2015 war das letzte Event der Freeride World Tour in dem Jahr. Eva Walkner steht auf dem Gipfel des legendären Bec des Rosses, am Rand der 500 Meter hohen Nordwand mit stellenweise über 50° Neigung. Konzentration, Vorfreude, mentale Visualisierung der Linie – und ab in die Tiefe …

In diesen 2 Minuten heißt es den gesamten Mut zusammen zu nehmen und alle Fähigkeiten zu bündeln.

Eva Walkner hat es geschafft – sie wurde Weltmeisterin.

Return
Text: François Damilano
Fotos: ©Millet