Eric Escoffier

Éric Escoffier 1960 Arbresle (F)
1998 Broad Peak (Pakistan)

“Es ist besser, im Stehen zu sterben als, als auf den Knien zu leben.”

Éric Escoffier war brillant, charmant und jemand, der provozierte. Er liebte die Herausforderung und trainierte hart.

Als vielseitiger Sportler stand er für Schnelligkeit und Leichtigkeit, das Ganze versehen mit einer Prise Effekthascherei, die gut zum Zeitgeist der Achtziger passte.

Im Alpinismus sind damals Vielseitigkeit und Mehrfachbesteigungen gefragt. Die Elite präsentiert sich an steilen Felsen genauso wie in großen Höhen, bringt messbare Normen ins Wanken und beeindruckt mit spektakulären Solo-Begehungen. Der Maßstab des sportlichen Alpinismus basiert zu dieser Zeit auf Mehrfachbegehungen – vorzugsweise im Alleingang. Der Profi-Alpinismus, auf seinem Höhepunkt, profitiert von der florierenden Entwicklung der Ausrüster und von der großen Sichtbarkeit in den Medien, die dankbare Abnehmer für die draufgängerischen Abenteuer sind.

Escoff’ verkörpert seine Generation.

Eric Escoffier Eric Escoffier Eric Escoffier
Seine größte Leistung

Sommer 1985, Aneinanderreihung dreier Achttausender in Pakistan in nur 2 Wochen: K2, Gasherbrum I und Gasherbrum II.

Sein Buch

Éric Escoffier, un grand combat. Jean-Michel Asselin. Éditions Guérin, 2015.

Sein Film

Wenn der Kopf den Körper trägt. Sandra Maischberger und Jan Kerhart. ARD/SWR, 2001.

Escoff’, dieser Name wird gleichgesetzt mit den schwierigsten Routen: Presles, Buoux, Verdon-Schlucht (Einführung des Grades 8a in Frankreich); Solo-Speedbegehungen im Winter in den höchsten Wänden des Mont-Blanc-Massivs (Aneinanderreihung von Walker-Pfeiler und Croz-Pfeiler in der Grandes-Jorasses-Nordwand an einem Tag mit Paragleiter); verschiedene Eisfälle (Le Cigare des Moulins, La Pisse) und der berühmte Wettlauf um die Nordwand-Trilogie (Grandes Jorasses – Matterhorn – Eiger) als Versuch, den großen Christophe Profit im letzten Moment zu schlagen. Auch den Himalaya nutze er als seinen großen Spiellatz. Wie gewohnt geht Éric Escoffier die Achttausender selbstbewusst und im Sturmschritt an. Er hat seinen Spaß daran, sich mit Reinhold Messner und Benoît Chamoux bei der Besteigung der vierzehn höchsten Gipfel der Erde zu messen. War es die ultimative Herausforderung oder das Gefühl, unverwundbar zu sein, dass er sein Vorhaben, alle 14 Gipfel binnen eines Jährigess zu besteigen, durch den Druck eines Flyers ankündigte? Eine verrückte Challenge, die erst 35 Jähriges später dem Nepalesen Nirmal Purja gelingen sollte!

Die Herausforderung ist Teil des Spiels, dazu gehört auch die Geschwindigkeit – auch im Auto, bis er eines Tages in der Schlucht von Arly gegen eine Mauer fährt. Ein Schädelhirntrauma und eine linksseitige Lähmung zu 35% sind die Folge.
Einige Jähriges später kommt er auf dem Gipfelgrat des Broad Peak (8047 m) um, auf den er seinen ungehorsamen Körper mit Courage und Willenskraft gezwungen hat.

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Text: François Damilano
Fotos: ©Millet